Gillette King C. Rasierhobel im Test – Der beste Hobel für wenig Geld?

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Geschlossener Kamm

Wer sich öfters mit einem Mehrklingenrasierer aller Gillette oder Wilkinson rasiert weiß, dass diese Rasur auf Dauer ganz schön ins Geld gehen kann. Heute gehen wir auf eine alte Rasur-Technik zurück und ich berichte von meinen Erfahrungen mit dem Gillette King C. Rasierhobel.

Ein vielleicht wichtiger Hinweis: ich habe den Rasierer nicht gesponsert bekommen, sondern voll bezahlt. Ich habe ihn bei uns im DM erworben. Dies war der erste Laden, in dem er auch verfügbar war. Mein Test ist ohne jegliche Beeinflussung.

Zur Ausgangslage. Ich rasiere mich jetzt seit gut 4 Jahren mit einem Hobel. Ich gehöre also noch zu den Hobel-Frischlingen. Viele der alteingesessen Hobel-Profis rasieren sich schon 12 oder mehr Jahre mit Hobel und Rasiermesser.

Neben dem Preis gab es für mich damals noch einen weiteren Grund zum Wechsel. Ich möchte dir kurz meine Geschichte erzählen: Bei mir in der Familie rasieren sich alle Männer mit dem normalen Mehrklingenrasierer, so kannte ich keine anderen Möglichkeiten und nutzt damals den Mach 3 von Gillette.

Nach einigen Jahren bekam ich aber die ersten Probleme mit der Haut, so war diese Ständig gerötet, es bildeten sich kleine Pickelchen und der Hals war ständig entzündet. Ich wechselte daraufhin auf eine Elektrorasur. Erst mit einem Philips-Gerät, später dann mit dem Braun Series 7 und zuletzt mit der Series 9. Das hat auch lange Zeit super funktioniert und meine Haut hat sich wieder reguliert und es ist alles wieder ok. Keine roten Stellen, Pickel oder Entzündungen. Einzig nach dem Rasieren war die Haut immer sehr gerötet und etwas empfindlich. Das gibt sich aber nach einigen Stunden. 

Durch Zufall bin ich dann vor ca. 4 Jahren auf einen Beitrag in einem Forum gestoßen. Dort wurde intensiv über den Rasierhobel diskutiert. Von den Berichten war ich sofort begeistert. Ich fuhr noch am gleichen Tag in den Supermarkt und besorgte mir den 5 Euro Hobel von Wilkinson.

Es handelt sich dabei um den schwarzen Classic mit Plastik-Kopf. Die denkbar schlechteste Entscheidung, wenn man mit der Hobel-Rasur beginnen möchte.

Zu Hause angekommen, verwendete ich wie immer das Rasiergel aus der Tube und probierte den neuen Hobel aus. Eine Katastrophe… viele kleine Schnitte und eine menge Blut. So war das in den Foren aber nicht beschrieben. Dort war von einer sicheren und gründlichen Rasur die Rede… Mein Hals war rot wie eine reife Tomate…

An diesem Tag endete meine Euphorie zum Thema Hobel…

…doch das Thema lies mich nicht los und ich forschte nach der Ursache für mein schreckliches Ergebnis. Schnell fand ich heraus, dass es wohl am Hobel oder meiner Technik liegen könnte. Ich wollte nicht aufgeben und habe mich nach einer langen Recherche für einen neuen Hobel entschieden. Meine Wahl fiel auf den Merkur 23C, der wohl beliebteste Einsteiger-Hobel.

Dazu kaufte ich mir noch die Rasierseife von Tabak und einen synthetischen Rasierpinsel.

Was soll ich sagen. Mit dieser Kombination war mein Rasiererlebnis ein ganz neues und von da an nahm das Ganze seinen Lauf…

Es kamen nach und nach weiter Hobel dazu und auch die Seifen, Cremes, Pinsel und Aftershaves vermehrten sich.

Mittlerweile habe ich folgende Hobel:

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Größenvergleich

Merkur 23C, Futur und 39C, Mühle R106, ein Reisehobel mit Butterfly-Kopf und einen, den ich aktuell von der Marke nicht mehr zuordnen kann. Ich verwende ausschließlich geschlossene Kämme. Ein offener Kamm ist etwas aggressiver und gründlicher. Da ich keinen sehr starken Bartwuchs habe, kam ich mit den geschlossenen Kämmen immer gut hin. Vielleicht reitet es mich in der Zukunft nochmal auch einen Hobel mit einem offenen Kamm auszuprobieren.

Ich rasiere mich aktuell maximal zwei Mal in der Woche mit dem Hobel. Für mich ist das ein festes Ritual geworden, indem ich die Prozedur genieße. Dazu muss ich sagen, dass es bei mir nicht extrem glatt sein muss. So rasiere ich mich nur mit der Wuchsrichtung und auch nur in zwei Durchläufen. Das hat sich für mich am besten bewährt.

Soviel zu meiner Ausgangslage. Beginnen wir endlich mit dem Gillette King C. Hobeltest.

Verpackung und erster Eindruck vom Gillette King C. Hobel

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Verpackung

Die Aufmachung vom Gillette King C. Rasierhobel spricht mich von der Verpackung sehr an. Hier hat das Gillette-Marketing ganze Arbeit geleistet. Man bekommt das Gefühl hier etwas sehr hochwertiges gekauft zu haben. Ob er das auch halten kann?

Nachdem der Deckel abgenommen wird, kommt sofort der Rasierhobel zum Vorschein. Hier dann für mich auch schon die erste Überraschung. Er sieht doch etwas anders aus, als ich es erwartet hätte. Die Riffelung ist sehr fein und nicht so dominant wie ich angenommen hatte. Trotzdem macht er einen hochwertigen Eindruck.

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Klinge und Hobel in der Verpackung

Neben dem Hobel ist noch eine Packung mit 5 King C. Klingen enthalten. Die erste Rasur kann also direkt starten. Zu den Klingen komme ich aber später nochmal.

Wenn man den Hobel das erste Mal in die Hand nimmt, fällt sofort das angenehme Gewicht auf. Er liegt gut in der Hand und ist weder zu schwer noch zu leicht.

Er liegt vom Gefühl in der Mitte von meinen zwei Lieblingshobeln, dem 23c und 39c von Merkur.

Doch wie schwer ist er nun?

  • Gillette King C.: 104 Gramm (inklusive Kopf + Klinge)
  • Merkur 23C: 60 Gramm (inklusive Kopf + Klinge)
  • Merkur 39C: 114 Gramm (inklusive Kopf + Klinge)

Wie vermutet, liegt er zwischen den beiden Hobeln. Das gefällt mir sehr gut, damit hat er für mich ein perfektes Gewicht.

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Größenvergleich Merkur 23c 39c

Die Größenunterschiede habe ich jetzt aber nicht gemessen, dass lässt sich gut von den Bildern entnehmen. Ich bevorzuge eher die Mittellangen, bis langen Griffe. Ich finde die Länge vom Gillette optimal.

Verarbeitung und erste Inbetriebnahme

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Hobel Riffelung

Neben dem ersten Eindruck möchte ich auch noch etwas zur Verarbeitung sagen. Ich habe ein sehr gutes Modell erwischt. Ich konnte keine Mängel feststellen. Er ist sauber verarbeitet und lässt von der Qualität keine Wünsche übrig. Das Gewinde ist sauber gedreht und der Kopf lässt sich problemlos ab- und anschrauben.

Dazu sei gesagt, es wurden hier gängige Gewinde verwendet. So können auch die Köpfe des Merkur oder Mühle Hobel verwendet werden. Entsprechend ist der Gillette Kopf auch mit den anderen Griffen kompatibel. So wie es einem am besten gefällt. Schön das Gillette diesen Weg gewählt hat.

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Hobel Zerlegt

Wie bereits erwähnt, ist der Rasierkopf geschraubt. Zum Abschrauben hält man diesen fest und dreht den Griff ganz einfach ab. Rasierklinge einsetzen und wieder auf den Griff schrauben. So einfach ist das.

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Kopfvergleich Mühle und Merkur Detail

Bei dem Kopf handelt es sich um einen geschlossenen Kamm. Dieser eignet sich am besten für eine schonende Rasur und ist optimal für Anfänger geeignet. Die Gründlichkeit finde ich für mich persönlich bei einem geschlossenen Kamm als ausreichend. Wer es gründlicher mag, wird einen anderen Kopf mit offenem Kamm bevorzugen. Als weitere Möglichkeit gibt es auch noch Rasierer mit verstellbarem Kopf, dazu gehört auch der Merkur Futur.

Die Erste Rasur mit dem Gillette King C. Rasierhobel

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - erste Rasur

Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt, der Rasur. Ich habe zur Vorbereitung das Rasieröl von American Team verwendet und als Schaum die Rasiercreme von Taylor Of Old Bond Street verwendet. Aufgeschlagen mit einem Handgemachten Pinsel, mit synthetischem Pilz.

Als Klinge habe ich die Gillette King C. verwendet.

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Klingen und Kopf

Die ersten Striche waren wie erhofft. Kein Kratzen, glatter Zug. Die Klinge gleitet durch den Bart wie durch Butter.

Die ganze Rasur lief so ab und ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Keine Rötungen, keine Schnitte und die Rasur verlief ohne ein Ziepen oder Störungen. So wie eine Hobelrasur eben laufen sollte.

Der Gillette King C. rasiert genauso schonend und gründlich wie meine Lieblingshobel 23C und 39C.

Ich habe aber auch einen negativen Punkt gefunden. Der Griff ist mit nassen Händen nicht optimal. Ich empfinde den Rasierer als sehr rutschig. Die Riffelung könnte aus meiner Sicht noch etwas ausgeprägter sein. Das machen die Merkur-Rasierer deutlich besser, dort hatte ich nie ein rutschiges Gefühl.

Mehr negative Punkte konnte ich aber an meinem Exemplar nicht feststellen.

Die Gillette King C. Klingen – Eine gute Wahl?

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Klingen Verpackung

Bei den Klingen bin ich etwas zwiegespalten. Die Verpackung ist wieder sehr hochwertig und macht einen edlen Eindruck.

Hierbei handelt es sich um platinbeschichtete Klingen aus rostfreiem Stahl. Die Herstellung erfolgt in Russland, dass ist erstmal ein gutes Zeichen. Auf der Verpackung ist ein Produktionsdatum aufgedruckt, meine Klingen waren beim Kauf etwas über 2 Monate alt.

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Klingen Verpackung einzeln

Das Auspacken geht einfach und die Folie um die Klingen hinterlässt keine Spuren und ist nicht extra bedruckt. Das gefällt mir. Die Klingen sehen gut aus, wobei die Optik hier natürlich keine Rolle spielt.

Die erste Rasur mit den Klingen war sehr sauber und verlief ohne Rötungen, Schnittverletzungen oder Ziepen. Was will Mann mehr?

Was mir gar nicht gefällt ist der hohe Preis. 5 Euro für 10 Klingen ist maßlos überteuert. Hier gibt es weitaus günstigere Alternativen. Dazu ist aber eine Online-Bestellung unumgänglich. Im Handel gibt es nur selten gute Klingen, jedenfalls sind mir bisher keine untergekommen.

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Klingenvergleich

Wem der Preis nicht stört, bekommt hier aber eine solide Klinge, die super zu dem Gillette King C. Rasierhobel passt und ein sauberes Ergebnis liefert.

Fazit zum Gillette King C. Rasierhobel

Gillette King C. Rasierhobel Testbericht - Hobel Gesamtansicht

Wer mit dem Hobeln anfängt oder einen soliden Rasierhobel sucht, der macht mit dem Gillette King C. nicht viel verkehrt. Für einen Preis von aktuell 15 Euro bekommt man einen hochwertigen und sauber verarbeiten Rasierer der gründlich und schonend rasiert.

Er hat ein angenehmes Gewicht und liegt gut in der Hand. Mit nassen Händen wird er etwas rutschig. Wenn man es aber erstmal weiß, stellt es kein Problem dar.

Aus meiner Sicht wirst du in diesem Preisbereich keinen besseren Hobel bekommen. Die Klingen sind gut ausgewählt und haben eine hervorragende Qualität. Aber: der Preis bei 5 Euro für 10 Klingen ist viel zu hoch angesetzt. Hier geht meine Empfehlung eher zu den Astra klingen. Aber auch viele andere Klingen wie Derby, Shark, Persona oder auch andere machen hier einen guten Job.

Mein Tipp: Wenn du noch keine Erfahrungen mit dem Hobeln hast, verwende erstmal die beigelegten Gillette klingen. Danach würde ich dir ein Rasierklingen-Testpaket empfehlen. So findest du die perfekte Klinge für dich. Aktuell bekommst du zum Beispiel die Astra Klingen ab 9 Euro, 100 Stück. So kannst du auch auf langer Sicht noch etwas an Geld sparen.

Meine Empfehlungen

Ausstattung für den Start

Hobel: Gillette King C. + folgende Produkte. Einige davon gibt es auch im Einzelhandel.

Meine Lieblingskombination

Als Hobel empfehle ich den Gillette King C., 23C oder 39C.

Rasierklingen